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Die Wiege der Steiermark
Stift Rein liegt 20 Minuten nördlich der Landeshauptstadt Graz und gilt als Keimzelle der Steiermark: 1129 wurde das Kloster von einem Abt und 12 Mönchen, die sich aus Bayern auf den Weg gemacht hatten, gegründet. Sie verschrieben sich dem Gebet und der Arbeit („Ora et labora“ nach den Regeln des Heiligen Benedikt) und entwickelten Rein schnell zum geistigen, spirituellen und wirtschaftlichen Zentrum. In seiner fast 900 Jahre währenden Geschichte hat das Stift das Land geprägt: Architektonische Spuren durch alle Epochen geben davon ebenso Zeugnis wie die weit mehr als 100.000 Urkunden und Handschriften, die die Geschichte unseres Landes nachzeichnen. Heute ist Rein das älteste, durchgehend besiedelte Zisterzienserstift der Welt.
Die ursprünglich romanische Basilika von Rein wurde von 1738 bis 1747 im barocken Stil umgestaltet und mit prächtigen Fresken von Josef Adam Mölk geschmückt. Seit der Restaurierung 2014 erstrahlt die Stiftskirche wieder in vollem Glanz.
Mit mehr als 100.000 Urkunden, Handschriften und historischen Büchern verfügt Rein über einen gewaltigen historischen Schatz. Die bekanntesten Werke im barocken Bibliothekssaal sind das Reiner Musterbuch, eine Erstausgabe von Kaiser Maximilians Ritterroman „Theuerdank“ und der Kepler-Tisch aus dem Jahr 1607.
Stift Rein wurde 1129 gegründet, als Stifter von Grund und Boden trat Markgraf Leopold der Starke von Steyer auf. Die Gebeine des ersten „Landeshauptmannes“ der Steiermark wurden 2006 im Kloster entdeckt und sind heute in der Marienkapelle zu besichtigen.
Zisterzienserklöster waren immer nahe am Wasser gebaut, der Brunnen das zentrale Element. In Rein lag er im Alten Konvent, der in den letzten Jahren schrittweise freigelegt wurde. So wurden in diesem ältesten Hof der Steiermark viele steinerne Zeitzeugen aus 900 Jahren Baugeschichte wieder sichtbar.
Besonders beeindruckend zeigt sich nach seiner Renovierung 2022 der Kreuzgang von Stift Rein: Mit seinen mehr als 300 Metern Länge und direktem Zugang zur Basilika war er über Jahrhunderte Zentrum des Klosterlebens und beherbergt heute die Äbte-Galerie mit überlebensgroßen Darstellungen aller 57 bisherigen Äbte von Rein.
Innerhalb der Klostermauern wird gerade der historische Barockgarten von Stift Rein wieder belebt. Der aus insgesamt 16 quadratischen Blühflächen bestehende Garten samt eleganter Orangerie soll künftig als Musterblühfläche für heimische Biodiversität die Vielfalt des Lebens beherbergen und ist ab 2025 für Besucher zugänglich.
Mehr als 700 Zisterzienserklöster haben im Mittelalter Europa übersät, viele Regionen wurden durch den Einsatz der Mönche überhaupt erst erschlossen. Die Zisterzienser zeigten sich dabei praktisch veranlagt, mit Sinn für Nachhaltigkeit: So wurden Klöster immer in wald- und wasserreichen Gegenden errichtet, um eine sichere Lebensgrundlage zu haben. Sie betrieben Acker- und Obstbau und unterhielten Stadthöfe, um die erwirtschafteten Güter auch verkaufen zu können. Mit seinem Tun hat der Orden Europas Kulturlandschaft geformt. Das EU-Projekt „Cisterscapes„, an dem auch Stift Rein federführend mitarbeitet, zeichnet diese istorische Pionierleistung nach. 2024 wurde Stift Rein mit dem Europäischen Kulturerbesiegel ausgezeichnet. www.cisterscapes.eu
Die Ordensregel der Zisterzienser verlangt von den Äbten, sich einmal jährlich am Mutterkloster zum Generalkapitel zu treffen. Im Mittelalter entstand so ein Wegenetz, das alle 700 Zisterzienserklöster miteinander verband und für sicheres Reisen sorgte. Dieses alte Wegenetz wird im EU-Projekt Cisterscapes nun reaktiviert und als 5.000 km langer Kulturwanderweg durch sechs Länder Europas gestaltet. Auch Rein ist von einem Wegenetz umgeben, das es zu entdecken gilt:
» Reiner Prälatenweg (2,7 km)
» Vom Stift Rein zum Steirischen Steffl (10,1 km)
» Rundwanderweg Stift Rein – Mühlbacherhütte (12,7 km)
» Rundweg Stift Rein – Plesch (14,4 km)
» Weg der Zisterzienser Stift Rein – Stift Heiligenkreuz (281 km)
» Weg der Zisterzienser Stift Rein – Stična/SLO (243 km)
Die historischen Säle mit ihrem einmaligen Ambiente können auch gemietet werden. Ob Hochzeiten, Firmenfeiern, Konzerte oder Workshops, für jeden Anlass findet sich der passende Raum.
Öffnungszeiten:
Klosterladen: Montag bis Sonntag 10:00 bis 12:30 Uhr und 13:15 bis 16:00 Uhr
Führungen: März bis Jänner täglich um 10:30 und 13:30 Uhr. Möglichkeit zur Teilnahme am Chorgebet um 12:00
Spezialführungen zu Sonderthemen: www.stift-rein.at/besuchen/fuehrungen
Führungen für Gruppen ganzjährig von 9:00 bis 17:00 ausschließlich nach Voranmeldung unter gruppe@stift-rein.at
Wir akzeptieren Genuss Card und SteiermarkCard (ausgenommen Spezialführungen)
Kontaktdaten:
Zisterzienserstift Rein
Rein 1
8103 Gratwein-Straßengel
Entfernungen und Zeiten sind Schätzungen basierend auf der geraden Entfernung von diesem Standort.
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